Zimt-Ziegen-Hof
Familie Lindemann
24643 Struvenhütten





Kurzinformation für Einsteiger in die Ziegenhaltung
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    Lieber Ziegenfreund,

    Sie haben mit Ihrer Anfrage den ersten Schritt in eine neue Zukunft getan. Wie schon das alte Sprichwort „Zwei Ziegen, die im Stalle steh’n, sind besser als betteln geh’n" besagt, bringt die Ziegenhaltung je nach Rasse Erträge aus Milch und deren Produkten, Fleisch oder Wolle. Zudem werden Sie schnell feststellen, dass Ziegen äußerst intelligente, lebhafte und vorwitzige Haustiere sind, mit denen der Halter regelrecht kommunizieren kann. Je nach persönlicher Vorliebe, Bereitschaft an Arbeitsaufwand und geplanter Verwendung der künftigen Produkte können Sie aus folgenden Ziegenrassen auswählen:

    Milchziegen:
    - Weiße deutsche Edelziege - WDE -
    - Bunte deutsche Edelziege - BDE -
    - Toggenburger Ziege - Togg. -
    - Thüringer Waldziege - TWZ -
    - Anglo-Nubier Ziege - AN -
    Milchleistung: 600 - 1.200 Liter pro Jahr

    Fleischziegen:
    - Burenziege - BU -
    - Walliser Schwarzhalsziege
    Fleischleistung: 200 g tägl. Zunahme

    Zwergziegen 

    Wollziegen:
    - Mohairziege
    - Kaschmirziege
    Wollleistung: 2-5 kg bei 2 Schuren

    Wenn Sie gesunde und leistungsfähige Ziegen haben wollen, können Sie diese nicht wie z.B. Schafe als „Rasenmäher" einfach auf die Wiese stellen. Ziegen, als Nahrungsspezialisten, lieben abwechslungsreiche Kost, aber keinen krassen Futterwechsel und benötigen eine helle, trockene und vor allem zugfreie Unterkunft. Sie können die Tiere in Boxen- oder Laufställen halten oder sie tagsüber auf die Weide schicken. Auch dort ist für eine Unterstellmöglichkeit zu sorgen.

    Stallbauten: 
    Der Stall soll hell und gut belüftbar sein. Die Anordnung der Türen und Fenster muß so vorgenommen werden, daß keine Zugluft entstehen kann. Dabei sollten folgende Richtmaße beachtet werden:
    - - lichte Stallhöhe:  2,50 m
    - - Laufbox je Tier: 2,00 m²
    - - Freßplatzbreite je Tier: 60-75 cm

    Zur Einstreu benötigen Sie für ein Tier und Jahr 30-35 Ballen Stroh, d.h. etwa 1 kg pro Tag.

    Jahresfutterbedarf für eine Ziege:
    - ca. 500 kg (30-35 Ballen à 15 kg) gutes regenfreies Heu
    - bis 650 kg Rüben,
    - 300 kg sauberes Obst, Kartoffeln, Kohlarten, Möhren, etc. Bzw. deren Schalen
    - ca. 80 kg Trockenschnitzel (getrocknete Zuckerrübenschnitzel, eingeweicht)
    - ca. 300 kg Kraftfutter (selbst gemischt oder fertige sogenannte Ziegenpellets) Mineralien und Vitamine
    - sehr dankbar sind Ziegen für Zweige von nicht Giftigen Gehölzen, im Winter entweder Tanne/Fichte oder von Laubbäumen und Büschen, die im August geschnitten und getrocknet werden.

    Zur Stallhaltung müssen zusätzlich ca 1500 kg Grünfutter wie Gras, Klee und Luzerne zugefüttert werden. Bei Weidehaltung wir pro Tier plus Nachzucht eine Fläche von ca. 1000 m2 benötigt. Dabei sollten die Tiere wegen des Parasitendrucks jeweils 3 Wochen auf einem Drittel der Fläche grasen.

    Fütterungsbeispiele (pro Tag):

    Sommer:
    a)  Ganztägiger Weidegang mit abendlicher Zufütterung im Stall von 150 g Trockenschnitzel, 
    800 - 1200 g Kraftfutter, Heu und Stroh bis zur Sättigung;
    b)  Stallhaltung mit Vollfütterung von 8-10 kg Grünfutter (Gras-Klee-Gemenge), Trockenschnitzel- und Kraftfuttermenge wie unter a).

    Winter:
    bis zu 2 kg gutes Heu, 1,5-2,5 kg Gehaltsrüben, bis zu 1,0 kg Kartoffeln und 1,5 kg Kraftfutter.

    Dazu ständig frisches, im Winter gern auch warmes Wasser.

    Beispiel für eine Kraftfuttermischung:
    35 kg Walzhafer, 20 kg Weizenkleie, 15 kg Gerstenmehl,
    etwa 5 kg Mineralstoffe sowie wahlweise 20-25 kg Sojaschrot oder Ackerbohnen und Erbsen. Einfacher ist die Fütterung einer Fertigkraftfuttermischung (Ziegenpellets oder Kuhkraftfutter).

    Ziegenkauf:
    Wenn Sie nun also Unterkunft und Verpflegung sichergestellt haben, können Sie darangehen, eine oder mehrere Ziegen zu kaufen. Eine gute Möglichkeit bietet sich bei den Auktionen, die die Fachverbände veranstalten. Diesen Auktionen gehen immer Bewertungen voran, und zwar unter Benotung (SH: 1-9 Punkte) von Rahmen, Form und Euter. Eine Ziege, die die Noten 8-8-8 erhalten hat, ist ein Spitzentier, das sich für die Zucht hervorragend eignet.
    Diese Gelegenheit, die Tiere (und auch Ihre Züchter) genau ansehen zu können, sollten Sie nutzen, um wirklich gute Tiere zu bekommen. Außerdem sollten Sie eine Zuchtbescheinigung verlangen. Wenn Sie eine Herde aufbauen wollen, sollten Sie zunächst mit einigen Ziegen ( 3-5 Tiere) anfangen und dann den Bestand aus eigener Nachzucht erhöhen.

    Ziegenpflege:
    Um Ihre Tiere gesund zu erhalten, sind folgende Pflegemaßnahmen erforderlich:
    - regelmäßige Haarpflege
    - regelmäßige Euterpflege
    - mehrmals jährlich Klauenschnitt
    - Wurmkuren bei Bedarf regelmäßig durchführen
    - Milchkontrolle als Leistungsnachweis
    - Besuch von Ziegenbewertungsschauen der Landesverbände.
     

    Ausführliche Auskünfte erhalten Sie auch bei den Fachverbänden, z.B. beim
     


    Landesverband 
    Schleswig-Holsteiner Ziegenzüchter e.V.
    Steenbeker Weg 151 - 24106 Kiel
    Tel. 0431 / 33 26 08, Fax 3 50 07


 


 

diese Homepage wurde erstellt von:
Dipl.-Ing. Günter Lindemann
Schulstraße 32
24643 Struvenhütten

letzte Änderung: 28.08.2007