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Familie Lindemann 24643 Struvenhütten |
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Am Samstag, dem 14. September 2002 fand in der Markthalle Rothenthurm der ersten Zentralschweizer und Interkantonale Ziegen- und Ziegenbockmarkt statt. Togesa steht für die beteiligten Rassen Toggenburger, Gemsfarbige Gebirgsziege und Saanenziege. Unser schweizer Freund, der Toggenburger-Ziegenzüchter Arnold (Noldi) Schuler, Mitglied im Organisationskomitee und hier für Parkdienst und Gästebetreuung zuständig, hatte uns dazu eingeladen. So sind wir dann am Freitag, nachdem unsere Kinder aus der Schule kamen, sofort zum Flughafen nach Hamburg aufgebrochen. Zuerst hatten wir ein wenig Angst, da die Mittagsmaschine nach Zürich bei unserer Ankunft am Flughafen Hamburg schon über eine Stunde Verspätung hatte. Aber unser Flug hob dann doch pünktlich ab. Unterwegs hatten wir nur wenige Wolken und konnten so viele bekannte Orte aus der Luft ausmachen. Nach der sanften Landung in Zürich-Klothen hat uns der Noldi abgeholt. Auf dem Weg zum Flughafen hatte er Stress,
weil er fast eine Stunde im Feierabendverkehr von Zürich im Stau stand.
Zum Glück war er aber rechtzeitig losgefahren und so brauchten wir
nicht zu warten. Die Fahrt nach Rothenthurm ging sehr schnell und wir fuhren
zunächst direkt zur Markthalle in Rothenthurm, da Noldi dort noch
den Aufbau der Lautsprecheranlage organisieren sollte. Der Elektriker hat
sich dann allerdings verspätet und Noldi nutzt die Zeit, um die Parkplatzwächter
einzuweisen. Inzwischen waren auch Birgit Schulze, unsere schleswig-holsteinische
Landesverbandsvorsitzende, und Familie Romanzyck eingetroffen. Dann fuhren
wir zu Noldi nach Hause, wo seine Frau Romy schon mit dem Abendbrot auf
uns wartete. Noldi und Gabi kümmerten sich noch schnell um seien Ziegen.
Anschließend sind wir früh ins Bett gegangen, da ja ein anstrengender
Tag vor uns lag.
Um sechs Uhr klingelt der Wecker. Ziegen
putzen - Frühstücken - Ziegen verladen und los zur Schau. Von
acht bis neun Uhr ist die Auffuhr der Tiere (Auftrieb). Insgesamt sind
vierhundertachtundzwanzig Ziegen von über einhundert Züchtern
angemeldet. Die Schau ist gut organisiert. Für alle gibt es kostenlos
Weinkaffee aus einem großen Kupferkessel, der über offenem Feuer
dampft. Die weiblichen Tiere werden in einem extra aufgestellten fünfzehn
mal fünfzig Meter großen Zelt angebunden. Jeder Züchter
gibt seinen Tieren schnell noch den letzten Schliff. Hier können wir
uns einen guten Überblich über den Stand der Ziegenzucht in dieser
Region der Schweiz verschaffen und einige hervorragende Tiere im Auffuhrkatalog
markieren.
An einer geschützten Stelle ist ein
Streichelgatter aufgebaut und mit 3 Toggenburger Ziegen, 6 Gizzi und 3
Welpen besetzt. Es wird nicht nur von den kleinen Besuchern immer wieder
belagert. Für die Präsentation der Ziegen wurden über 40
Kinder und Jugendliche engagiert und mit schmucken weißen Leinenblusen
eingekleidet. So wird auch gewährleistet, dass wirklich die Tiere
und nicht die Besitzer bewertet werden. Dann werden die Ziegen nacheinander
in Gruppen von bis zu 12 Tieren parallel in 4 Ringen gerichtet. Die Böcke
werden derweil vor der Halle bewertet. Inzwischen ist auch unser Freund
Markus Waldmann aus Baden-Württemberg eingetroffen und wird mit Hallo
begrüßt.
Die Rangierungen werden jeweils von dem
bewertenden Richter detailliert erklärt. So kann jeder Züchter
nachvollziehen, warum gerade seine Ziege vor oder hinter einer anderen
Ziege plaziert wurde. Und auch die Zuschauer lernen, worauf es in der Ziegenzucht
ankommt. Rahmen, Fundament, Fesseln, Beinstellung, Euterform und -aufhängug
und Form und Größe der Striche sind die Stichworte, die hier
immer wieder fallen. In der schweiz werden bei den weiblichen Tieren Ramen,
Form, Euter und Striche bewertet. Dabei reicht die Benotung jeweils von
1 (ganz schlecht) bis 6 (hervorragend), bei Jungtieren wird allerdings
nur die Höchstnote 4 vergeben, so dass sich das Tier auf späteren
Schauen noch verbessern kann. Bei den Toggenburgern, die den überwiegenden
Teil (301 Tiere) auf der Schau stellen, fällt es oft nicht leicht,
die Reihenfolge festzulegen. Bei den Gemsfarbigen (69 Tiere) und Saanenziegen
(58 Tiere) sind die Unterschiede dagegen auch für den Laien besser
nachvollziehbar. Nach den Einzelbewertungen werden dann noch die Zuchtfamilien
beurteilt.
Von zwölf bis halb zwei ist Mittagspause.
Nun kann man an einem der Grillstände eine leckere Bratwurst essen,
oder an den Käseständen die angebotenen Waren probieren und kaufen.
In der Halle sind viele Reihen weiß gedeckte Tische und Bänke
aufgebaut und laden zum Verweilen ein. Hier setzen sich die Züchter
und Besucher immer wieder in Gruppen zusammen und fachsimpeln. Auch wir
kennen inzwischen viele der schweizer Züchter, die uns freudig begrüßen.
Ich nutze die Zeit, um mit unserem Ältesten
eine kleine Bergtour zu machen. Hier entstehen auch die "Luftbilder" vom
Veranstaltungsgelände. Pünktlich zum Beginn der Versteigerung
sind wir zurück in der Halle. Von den 16 aufgetriebenen Auktionstieren
- eigentlich ist für jeden Geschmack etwas dabei - werden "nur" sieben
ersteigert. Bei mehreren Tieren ist das letzte Gebot dem Verkäufer
noch zu niedrig und so kommt es nicht zum Zuschlag. Verkauft werden ein
Toggenburger Jungbock für 520,- Franken und sechs Toggenburger Ziegen
für Preise zwischen 450,- und 1.800,- Franken. Der Durchschnitt der
Zuschlagspreise bei den weiblichen Tieren liegt dabei bei 885,- Franken.
(Das entspricht etwa 610,- Euro).
Nach der Auktion finden noch die Schönheitskonkurrenz und die Misswahlen und - zum ersten Mal - Misterwahlen statt. Hier treten noch einmal die Besten ihrer Klassen gegeneinander an. Dann werden die Ehrenpreise verteilt und gegen vier Uhr brechen die ersten Züchter mit ihren Tieren wieder auf. Zum Teil liegt je noch ein zweistündiger Heimweg vor ihnen. Wir bleiben noch bis Sonntag nach dem Mittagessen und fliegen dann entspannt wieder nach Hamburg zurück. |
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diese Homepage wurde erstellt
von:
Dipl.-Ing. Günter Lindemann
Schulstraße 32
24643 Struvenhütten
eMail: Info@Zimt-Ziegen-Hof.de